Das Projekt

Aktuelles

Hoher Besuch aus Brüssel

Foto: Staudenmaier/Allianz für Niederwild
Foto: Staudenmaier/Allianz für Niederwild

Derzeit laufen in Brüssel die Verhandlungen zur Reform der Europäischen Agrarpolitik.

Das Überleben des Rebhuhns und vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten unserer Feldflur hängen maßgeblich von diesen Entscheidungen ab.

Aus diesem Grund freuten wir uns sehr über die Besuche der EU-Abgeordneten Andreas Glück (FDP) und Norbert Lins (CDU), Letzterer auch gleichzeitig Vorsitzender des EU-Agrarausschusses. Die Einladung erfolgte jeweils auf Initiative des NABU-Bundesverbandes in Kooperation mit dem NABU-Landesverband sowie der Allianz für Niederwild.

Im Gelände konnten wir Erfolge, Notwendigkeiten und Probleme des Rebhuhnschutzes vorstellen und für die Belange der Feldvögel werben.

Alle Aufnahmen: Staudenmaier/ Allianz für Niederwild

Alle Aufnahmen: K.Kilchling-Hink/PLENUM-Projekt Rebhuhnschutz im LK Tübingen

Laufzeit

Im Frühjahr 2017 konnte das NABU-Vogelschutzzentrum mit dem Kooperationsprojekt "Rebhuhnschutz im Landkreis Tübingen", gefördert durch PLENUM, starten. Nun wurde es erfreulicherweise bis zum Ende des Jahres 2022 verlängert! So können wir weiterhin dringend erforderliche Maßnahmen zum Schutz des Rebhuhns umsetzen.

Die Inhalte des Projekts

Auf Basis der Bestandserhebungen des Rebhuhns wurde innerhalb des Landkreises eine Gebietskulisse definiert. Innerhalb dieser Kulisse werden Maßnahmen zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Vogelart vorrangig umgesetzt.

Konkret sollen im Projekt vielfältige Strukturen für das Rebhuhn geschaffen werden, wobei mehrjährige, großflächige Blühbrachen eine entscheidende Rolle spielen. Die Blühbrachen bieten sichere Brutplätze und reichlich Nahrung für die Küken. Bis zum Winter können die Rebhühner in den Brachen Schutz und Nahrung finden und auch zahlreiche andere Vogelarten nutzen diese Flächen.

Um dies zu ermöglichen, ist vor allem eine enge Kooperation mit Landwirtinnen und Landwirten erforderlich. Für das Überleben des Rebhuhns verzichten die Landwirtschaftsbetriebe auf einzelnen Flächen auf ihre reguläre Ernte, indem sie die Flächen als Blühbrachen bewirtschaften. Der Landschaftserhaltungsverband/VIELFALT e.V. und das Landratsamt Tübingen vermitteln entsprechende Ausgleichszahlungen des Landes Baden-Württemberg und das NABU-Vogelschutzzentrum stellt den beteiligten Landwirtschaftsbetrieben das Saatgut für die mehrjährigen Blühbrachen kostenfrei zur Verfügung.

Als weitere zentrale Maßnahme zur Förderung des Rebhuhns und anderer Vogelarten wird im Projektgebiet eine regelmäßige Hecken- und Gehölzpflege realisiert, um niederwüchsige, strukturreiche Hecken mit breiten Säumen zu schaffen.

Ferner verbessert die Einsaat artenreicher Gründüngungen in Stoppeläcker die Lebensbedingungen in den Wintermonaten, schützt gleichzeitig den Boden und fördert die Bodenfruchtbarkeit, so dass auch diese Maßnahme zunehmend in der Fläche umgesetzt werden soll. Mehr zu unseren Maßnahmen ...

Monitoring

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, führen wir jedes Jahr ehrenamtlich eine Bestandserhebung der Rebhühner durch.

Dazu werden auf ausgewählten Begehungsrouten in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit mit Hilfe von Klangattrappen Rebhühner gezählt.

 

Haben Sie Interesse an der Mitarbeit?

Öffentlichkeitsarbeit

Erfolgreicher Rebhuhnschutz kann nur durch die Unterstützung der Landwirtschaft, Jägerschft, Behörden und auch der Öffentlichkeit gelingen. Aus diesem Grund entstanden im Laufe des Projekts ein Flyer sowie eine umfangreiche Broschüre sowie weitere Infomaterialien.

 

 

Vor Ort informieren wir mithilfe Informationstafeln an mehrjährigen Blühbrachen und an Hecken, bei denen Gehölzpflegearbeiten durchgeführt werden, über das Projekt.

Kooperierende Landwirtinnen und Landwirte können unser "Felderschildchen" an ihren Verkaufsständen oder Hofläden anbringen und so signalisieren, dass sie den Schutz des Rebhuhns aktiv unterstützen.

Im Rahmen des Projekts veranstalteten wir gemeinsam mit der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg, der Allianz für Niederwild und der Wildforschungsstelle Aulendorf im November 2019 eine Fachtagung, bei der sich 180 Rebhuhnschutzaktiven aus dem ganzen Land über das Rebhuhn und notwendige Schutzmaßnahmen austauschen konnten. Die Tagung fand bundesweit große Beachtung und wurde in den Medien ausführlich geschildert. Weitere Infos und Bilder finden Sie hier ...

Kooperationen und Zusammenarbeit

Gemeinsam mit VIELFALT e.V., mit dem Landratsamt Tübingen und den benachbarten Landkreisen, mit den Städten und Kommunen, mit der Initiative Artenvielfalt Neckartal IAN, mit Landwirtschaftsbetrieben und dem Kreisbauernverband, mit der Kreisjägervereinigung Tübingen und dortigen Hegegemeinschaften sowie mit dem LJV- und LAZBW-Projekt „Allianz fürs Niederwild“ wird das Projekt auf eine breite Basis gestellt.

 

Das Projekt im Landkreis Tübingen orientiert sich an den sehr erfolgreichen Ansätzen und Methoden des Rebhuhn-Schutzprojekts im Landkreis Göttingen, Niedersachsen, das gemeinsam von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e.V. und vom Zentrum für Naturschutz der Universität Göttingen durchgeführt wird. mehr