Vogel gefunden -  was tun?

Was Sie selber tun können


In Tornetz verfangener Uhu. Foto: privat
In Tornetz verfangener Uhu. Foto: privat

Verletzter oder geschwächter Vogel

Ein Vogel wirkt verletzt, krank oder hilflos?

So handeln Sie richtig:

  • Setzen Sie den Vogel vorsichtig in einen Karton mit Luftlöchern, ausgelegt z. B. mit einem Handtuch.
  • Schützen Sie sich selbst: Auch geschwächte Vögel können mit Schnabel oder Krallen zupacken. Nutzen Sie Handschuhe oder legen Sie ein Tuch über den Vogel.
  • Achtung: Wehrt sich ein freilebender Vogel nicht mehr oder versucht nicht zu flüchten, ist er meist stark geschwächt oder schwer verletzt. Hier besteht also Handlungsbedarf.
  • Holen Sie fachlichen Rat ein, bevor Sie weiter handeln.
  • Die nächstgelegene Auffangstation finden Sie über  www.wildvogelhilfe.
  • Hilfreiche Infos erhalten Sie auch über die App "Wildtier SOS"

Wichtig zu wissen:
Wenn keine Auffang- oder Pflegestation erreichbar ist und eine tierärztliche Versorgung nötig wird, können Sie sich an eine tierärztliche Praxis oder einen tierärztlichen Notdienst wenden. Die Behandlungskosten müssen jedoch von Ihnen selbst getragen werden. Eine Erstattung oder Kostenübernahme durch uns ist nicht möglich.

Junger Haussperling. Foto: Regine Szewzyk
Junger Haussperling. Foto: Regine Szewzyk

Nackte oder kaum befiederte Jungvögel

  • Setzen Sie sie zurück ins Nest, wenn dieses auffindbar und erreichbar ist.

  • Kehren die Eltern zurück und füttern weiter, war Ihre Hilfe optimal.

  • Kommen die Altvögel auch nach längerer Zeit nicht zurück oder ist das Nest nicht erreichbar, sollte der Jungvogel sofort gewärmt und in eine Auffangstation gebracht werden.

Junges Rotkehlchen. Foto: Regine Szewzyk.
Junges Rotkehlchen. Foto: Regine Szewzyk.

Fast vollständig befiederte Jungvögel

  • Diese sogenannten Ästlinge verlassen ihr Nest oft frühzeitig und sitzen scheinbar hilflos am Boden.
  • Sie werden dort in der Regel weiterhin von ihren Eltern versorgt.
  • Setzen Sie den Vogel lediglich in einen geschützten Grünbereich in der Nähe des Fundortes.

Keine Sorge:
Vögel haben keinen ausgeprägten Geruchssinn. Menschlicher Geruch führt nicht dazu, dass Jungvögel von ihren Eltern verstoßen werden.

Bitte beachten:
Die Aufzucht von Wildvögeln gehört in fachkundige Hände. Falsche Pflege kann zu schweren 
Verhaltensstörungen führen. Solche Tiere sind oft nicht mehr auswilderungsfähig oder wildbahntauglich.

 

Verdacht auf Vogelgrippe?

Informieren Sie bitte das zuständige Kreisveterinäramt und folgen dessen Anweisungen.

Mäusebussard mit Schrotgeschoss
Mäusebussard mit Schrotgeschoss

Verdacht auf illegale Tötung (z. B. Gift, Falle, Abschuss)

 

  • Machen Sie Fotos am Fundort (Vogel, Falle, Giftköder).
  • Verändern Sie nichts an Vogel oder Fundstelle.
  • Verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei.
  • Lebende Vögel dürfen erst nach Freigabe durch die Polizei in eine Auffangstation oder zu einer Tierärztin oder einem Tierarzt gebracht werden.
  • Tote Vögel sollten an ein Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) eingesandt werden (mit kurzem Fundbericht).
Toter Kolkrabe. Foto: NABU / Daniel Schmidt
Toter Kolkrabe. Foto: NABU / Daniel Schmidt

Fund unter Stromleitung oder Windenergieanlage

Mögliches Unfallopfer.

 

  • Fotografieren Sie:
    • den Vogel am Fundort
    • den Mast bzw. die Anlage
    • Nummer und Betreiberfirma (meist auf einem Schild)
  • Innerhalb Baden-Württembergs können Sie uns den Vogel übergeben. Wir kümmern uns um die weiteren Schritte.
Verschiedene Vogelringe. Foto: NABU / Daniel Schmidt
Verschiedene Vogelringe. Foto: NABU / Daniel Schmidt

Beringte und besenderte Vögel

 

  • Beringte oder markierte Vögel (Fußring, Halsring, Flügelmarke, Sender): Bitte melden oder bringen Sie diese zu uns. Wir versuchen, die Herkunft zu klären.
  • Tauben mit Fußring (DV…) sind meist entflogene Haustiere und können im zuständigen Tierheim abgegeben werden.
  • In anderen Bundesländern oder im Ausland gefundene Vögel geben Sie bitte bei der jeweils zuständigen Stelle vor Ort ab (siehe Wildvogelhilfe).

In jedem Fall ist es hilfreich, wenn Sie vom Vogel am Fundort ein Foto machen und es uns per E-Mail zusenden. Fotos enthalten oft wichtige Hinweise.